Spracherwerb

Spracherwerb durch singen

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Klasse wir singen 2015Das bundesweite Erfolgsmodell Klasse! Wir singen  widmet sich nun auch der Integration von geflüchteten Kindern. Im Rahmen des Projekts wird allen Schulklassen, in denen Migrantenkinder unterrichtet werden, kostenfreie Materialien zum Download inklusive Materialien in den Heimatssprachen der Migranten angeboten. Mit „Bruder Jakob“ und „Bist du fröhlich“ wurden zwei Startlieder ins Syrische, Persische (Afghanische) und Arabische übersetzt. Zudem gibt es Fassungen in Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Bei diesen Liedern können die Kinder ihre Heimatssprache singend einbringen und über die anderen deutschen Lieder Spracherwerb praktizieren. Lieder können hier heruntergeladen werden.

Klasse! Wir singen ist eine Aktion, die das Singen von Kindern in Schule, Freizeit und Familie dauerhaft und nachhaltig fördert. Durch die Teilnahme im Chor an einem großen Abschlussliederfest von tausenden anderen Kindern, erfahren die Schulkinder einen enormen Motivations- und Selbstvertrauensschub. Gleichzeitig wird den Kindern ein gemeinsamer Liederkanon vermittelt, um auch außerhalb der Schule miteinander singen zu können.

Wolfgang Hering: Ohne die Reisen wäre ich in der typisch deutschen 4/4 Takt-Dur-Harmonik geblieben

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Wolfgang Hering, Kinderliedermacher, singt nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern reist regelmäßig im Auftrag des Goethe-Instituts ins Ausland, um mit Kindern zu musizieren und Pädagogen zu unterrichten. Auftakte.de sprach mit dem Liedermacher über die Besonderheiten ausländischer Schulen, Spracherwerb durch Musik und die Begeisterungsfähigkeit der Kinder. 

Auftakte: Seit wann besteht die Kooperation mit den Deutschen Schulen im Ausland und wie ist sie entstanden?

Wolfgang Hering: Mitte der 90er Jahre bin ich aus dem Fremdsprachen-Bereich des Goethe-Instituts in München angesprochen worden. Der Anlass bestand darin, dass sich unsere neu geschriebenen bzw. auch traditionellen Kinderlieder gut für Deutsch als Fremdsprache eignen würden, weil sie meist mit einem Bewegungsablauf verbunden sind. Viele Stücke vom Trio Kunterbunt hatten Einzug in Schulliederbücher und im Kindergartenbereich gefunden. Ich achte ja auch in meiner Liedermachertätigkeit immer mehr darauf, dass in den Texten korrektes Deutsch verwendet wird, und dass die Silbenverteilung einheitlich ist. Ich wurde danach eingeladen im Rahmen von Konzerten für Kinder und Fortbildungen einige Deutsche Schulen im Ausland zu besuchen. Seit dieser Zeit habe ich ca. 20 deutsche Schulen in Europa, in Mittel- und Südamerika, im Nahen Osten sowie Zentralasien bereist.

In Argentinien geht die Post ab!

Auftakte: Wie alt sind die Kinder, die an den jeweiligen Projekten teilnehmen? Ist es immer eine Altersstufe oder von Schule zu Schule verschieden?

Hering: Das ist ganz unterschiedlich. Fast alle deutschen Schulen haben als Einstieg einen Kindergarten. Dort lernen die Kinder auch die deutsche Sprache. Es geht also mit ca. drei Jahren los und endet in der Grundstufe mit ca. 11 bis 12jährigen. Da wähle ich dann ganz unterschiedliche Stücke aus. Bei den Kleinen ist es eher bewegungsorientiert und bei den Größeren sind die Titel rhythmischer und poppiger bearbeitet.

Auftakte: Wie sieht ein klassischer Projekttag aus?

Hering: Ich bereite mit Kindergruppen bzw. Klassen ein Konzert vor, zu dem dann die Eltern eingeladen werden. Aus einem Pool von zahlreichen Liedern suchen sich die Kinder ein Lied aus. Meist kommt noch ein gemeinsames Begrüßungs- und Abschiedslied hinzu. Die Kinder bringen eigene Ideen zur Gestaltung und Choreografie ein.

Auftakte: Wie reagieren die Kinder auf Ihre Musik? Wie schnell springt der Funke über?

Hering: Besonders in Mittel- und Südamerika sind die Kinder sehr begeisterungsfähig. Obwohl manchmal die technischen Bedingungen nicht optimal sind, machen die Kinder gerne mit und gestalten mit viel Eifer ihre Stücke auf der Bühne. Es wird deutlich, dass Deutschland ein eher kopflastiges Land ist. Rhythmen und Tanz spielen in diesen Ländern im Alltag eine viel größere Rolle als bei uns.

Deutschland ist ein kopflastiges Land

Auftakte: Wo liegt der Schwerpunkt bei den Lehrer-Fortbildungen? Werden diese an jeder von Ihnen besuchten Schule angeboten?

Hering: Musik und Bewegungsangebote unterstützen den Spracherwerb, erhöhen die Motivation der Lernenden und ermöglichen ein spielerisches Lernen. Einfache Lieder und Kinderverse eignen sich hervorragend zum Einsatz im DaF-Unterricht („Deutsch als Fremdsprache“). Wenn dann zusätzlich noch Spiel- und Bewegungsanregungen hinzukommen, gelingt es, die fremde Sprache lebendig zu erleben. Besonders hilfreich sind dabei rhythmisierte Texte. Oft bleibt dann dieses Erlernte besser im Gedächtnis haften. Die einfachen Kinderlieder und Musikspiele mit dem reduzierten Wortschatz beleben den Unterricht. Insbesondere im Kindergarten und in der Grundschule sind Musik und Bewegung für Kinder sehr wichtig. Bewegungslieder bieten sich an, diese Bedürfnisse nach szenischem Ausdruck aufzugreifen und sie in den pädagogischen Prozess zu integrieren. Nebenbei stellt sich mit dieser Thematik auch deutsche Kultur dar mit den Möglichkeiten des interkulturellen Austausches. Das ist eine Bereicherung für die Lehrwerke mit denen üblicherweise Deutsch gelernt wird.

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Sing mit mir! Sprich mit mir!

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Linda Schrey-Dern, Deutscher Bundesverband für LogopädieSprache und Musik sind untrennbar miteinander verbunden. Sprache wird durch Bewegung und Musik erlebt, vorbereitet, geübt und bewusst gemacht. Auftakte.de redete mit Dietlinde Schrey-Dern (58), Leitung des Referats Sprachförderung beim Deutschen Bundesverband für Logopädie (dbl) in Frechen, und fragte nach, worauf Musikpädagogen in ihrer täglichen Arbeit achten können.

Auftakte.de: Warum ist musizieren so wichtig für die Sprachförderung?

Dietlinde Schrey-Dern: Wenn Kinder spielerisch mit ihrer Stimme umgehen und mit unterschiedlichen Materialien Klänge erzeugen, fördert das den Spaß an der rhythmischen Bewegung und am Singen. Alltagsmaterialien spielen hier eine besondere Rolle. Die Kinder können entdecken, welche Gegenstände Geräusche verursachen und wie sie klingen. Auszuprobieren, was mit einzelnen Materialien gemacht werden kann, ist ebenfalls eine gute Übung für Kinder. Auf einem Topf zu trommeln, mit einem Grashalm zu pfeifen oder auf einem Kamm zu blasen: das kann im Musikunterricht entdeckt werden. Gleichzeitig wird hiermit der Aufbau des Wortschatzes gefördert. Klänge wollen charakterisiert werden, Töne haben bestimmte Eigenschaften, und verschiedene Klangkörper besitzen Namen. Read the rest of this entry »