Porträts

Kati Breuer leitet eine Musikschule, schreibt Lieder und Bücher

Kati Breuer, Jahrgang 68, ist in die Musikalische Früherziehung buchstäblich hineingewachsen. Ihre Mutter Heidi Schroeder gründete 1984 eine Musikschule in Stuhr bei Bremen und nahm Tochter Kati gleich mit zum Unterricht. Kurz vor ihrem Abitur gab Kati Breuer dann bereits eigene Kurse; der Grundstein für den späteren Beruf war gelegt. Und mit ihm der Wunsch, ein Tage habe 26 Stunden…

Doch bevor die engagierte Musikpädagogin im Jahr 2000 das Studio von ihrer Mutter übernahm, studierte sie die Fächer Ästhetische Erziehung und Deutsch im Grundschullehramt.  Richtig wohlgefühlt habe sie sich im Studium allerdings nicht, sagt die dreifache Mutter, zu eng seien Handlungsspielräume und Lehrpläne gewesen.

In ihrer eigenen Musikschule nach eigenen Vorstellungen zu arbeiten, liegt Kati Breuer mehr. 50 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren gehen Woche für Woche bei ihr zur musikalischen Früherziehung oder zum Instrumentalunterricht. Der große, umgebaute Raum im Breuerschen Haus ist Treffpunkt für musikbegeisterte Kinder, denen neben Orff’schen Instrumenten viele verschiedene Trommeln zur Verfügung stehen, die Kati Breuer auf Reisen und Messen gesammelt hat. „Ich unterrichte mit Herzblut“, sagt Breuer, „und ich bin immer nah dran an den Kindern und ihren Erlebnissen!“ Aus diesem Grund gibt es auch kein starres Früherziehungsprogramm, das ohne wenn und aber durchgezogen wird, sondern viel individuelle Ansprache. „Wenn ein Kind einen Wackelzahn hat, dann singen wir ein Lied darüber,“ beschreibt die Pädagogin ihren Ansatz, „ich arbeite stark situationsgeprägt“.

Toeroe

Der Lieder-Fundus, aus dem Breuer schöpfen kann, ist im Laufe der Zeit sehr umfangreich geworden. Kein Wunder, denn seit dem Jahr 2000 textet und komponiert die 41jährige selbst. „Begonnen hat es mit ersten Aufträgen vom ALS-Verlag, für dessen Publikationen ich schon seit 1995 Artikel geschrieben habe,“ berichtet die gebürtige Bremerin. So unter anderem für das Magazin „Musisches Spiel“.

Auch eine ganz besondere Komposition findet sich im Portfolio der Kinderliedermacherin: Der Löwentanz, geschaffen für die Eröffnung eines Kinderhospizes in Syke bei    Bremen. 2003 wurde der Löwentanz vor 5000 Zuhörer uraufgeführt. Ein Erlebnis, das „mir heute noch eine Gänsehaut macht,“ so Kati Breuer.

Mit der Löwentanz-Komposition gingen auch erste Erfahrungen im Tonstudio einher. So entstand pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum des Musikstudios 2004 eine CD mit   Liedern, die im Musikschulalltag eine Rolle spielten: „Wenn kleine Zwerge tanzen“.

Ein weiterer Meilenstein war der WDR-Wettbewerb „Kinderliederwelt“, den der Sender gemeinsam mit Unicef 2007 veranstaltete. 1500 Lieder wurden von verschiedenen  Künstlern eingereicht, die hundert besten auf einer Webseite veröffentlicht, aber nur 19 Lieder fanden ihren Weg auf die Gewinner-CD „ImmerWieder MitsingLieder“. Mit  dabei war „Zauberwort“ aus der Feder von Kati Breuer. „Über diesen Erfolg  freue ich mich immer wieder,“ erklärt die Liedermacherin mit einem Lächeln.

Musische Arbeit mit Kindern beflügelt, und in der täglichen Praxis enstehen die besten Ideen. Einige davon hat Kati Breuer in ihrem Katis Buchneusten Buch festgehalten: „Mit Musik durchs Kita-Jahr – Lieder, Tänze, Klanggeschichten“, erschienen Anfang März im Verlag an der Ruhr. Im Buch finden sich Lieder für alle Anlässe und Jahreszeiten: Von der herbstlichen Kastanienrhythmik bis zum Schultütentanz. Alle Lieder des Buches sind auf der CD enthalten.

Wenn im Breuers Tonstudio CDs aufgenommen werden, steht die ganze Familie parat. „Die Kinder singen gern für die Aufnahmen. Gerade meine zwölfjährige Tochter findet es chic, mit auf der CD zu sein,“ beschreibt die Liedermacherin. Lebensgefährte Lars  Thölken ist IT-Spezialist und damit zuständig fürs technische Equipment und Know-how, singt aber ebenfalls mit. Manchmal auch Weihnachtslieder im Sommer, wenn es die Produktionsabläufe der Verlage so vorschreiben. „In diesem Jahr werden wir in kurzen Hosen Klingglöckchen schwingen und singen,“ lacht Breuer und verweist damit auf ihr neues Weihnachtslieder-Buch, das im September 2010 erscheinen wird.

Bleibt bei all diesem musischen Engagement noch Zeit für Hobbys? „Na klar,“ sagt Kati Breuer, „ ich singe im Chor und besitze eine Dauerkarte für Werder Bremen. Alle zwei Wochen geht’s ins Stadion, das ist ein Muss!“

Kati Sommerferien 1

Das musisch-künstlerische Ferienprogramm ist immer schnell ausgebucht. Seit mehreren Jahren ist Kati Breuer auch in den Sommerferien für ihre Musikschüler da.

Kati Breuer im Web:

http://www.musikstudio-brinkum.de

http://katibreuer.wordpress.com – Blog der Autorin Kati Breuer

http://musikstudio.wordpress.com – Blog der Musiklehrerin Kati Breuer


One thought on “Porträts

    […] Mein Portait bei Auftakte.de Abgelegt unter: Uncategorized — katibreuer @ 4:40 pm Auftakte.de ist ein neues Online-Magazin für freiberuflich tätige Musiklehrerinnen und Musiklehrer- also eindeutig für Leute wie mich!Das dachte sich wohl auch das Auftakte-Team und wählte mich für das erste Kollegenportrait auf der neuen Plattform aus. Ab sofort ist meine Vorstellung dort zu lesen. […]

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