I: Erste Schritte

Lektion 1: Die ersten Schritte

In der folgenden Lektion “Die ersten Schritte” plaudere ich ein wenig  aus dem Nähkästchen und erzähle, wie es bei mir am Anfang  war. Tipps gibt es auch. Fürs erste drei. Weitere folgen.

Ich startete im Oktober 2006 mit den Musikspatzen. 1000 Lieder im Kopf, unzählige Ideen, die ersten Stunden waren mit Liebe vorbereitet, jetzt mussten nur noch die Kinder und Eltern kommen. Aber anfangs kamen keine. Ganz einfach, weil niemand wusste, was ich hier Wunderbares anbot. Ich schrieb eine Pressemitteilung für die lokale Zeitung. Von Vorteil war, das ich wusste, wie es geht. Als Journalistin hatte ich lange Zeit selbst damit zu tun, Pressemitteilungen zu sichten und eventuell zu bearbeiten. Von daher an dieser  Stelle

Tipp 1: Fasse dich kurz!

Keinen Journalisten freut es, wenn er sich erst durch die Zeilen kämpfen muss, bis er an einem wichtigen (und das heisst: verwertbaren) Punkt angekommen ist. Das stiehlt Zeit, und davon haben Journalisten bekanntermaßen wenig. Beherzigen Sie das. Aber glauben sie es nicht. Das Leben eines Lokalreporters ist manchmal nicht halb so rasend, wie er es gern hätte. Was unter anderem daran liegt, dass er so viele nichtssagende Pressemitteilungen auf dem Schreibtisch hat. Womit wir wieder beim Kern des Problems sind.

Tipp 2: Nehmen Sie sich nicht so wichtig.

Natürlich sind Sie der Überzeugung, den besten, phantasievollsten, kreativsten Musikunterricht überhaupt zu geben. Das sollten ihre Schüler auch merken. Aber versuchen Sie gar nicht erst, einen Redakteur davon zu überzeugen. Der gähnt innerlich nur. Manchmal auch äußerlich. Bleiben Sie sachlich, formulieren Sie freundlich, aber bestimmt, was Sie wann machen, betonen Sie Neues und denken Sie an Tipp 1: Fasse Dich kurz.

Tipp 3: Keine unaufgeforderten Besuche in der Redaktion

Sie brauchen den Redakteur nicht in der Redaktion zu besuchen. So etwas wird in der Regel mindestens peinlich. Als ich meine berufliche Laufbahn damit startete, Öffentlichkeitsarbeit für ein Krankenhaus zu machen, schickte mich mein Chef schnurstracks in die örtlichen Redaktionen, da er der festen Überzeugung war, persönlicher Kontakt sei alles. Was prinzipiell stimmt. In meinem Fall stand ich ein wenig verloren im Großraumbüro, ein leicht gezwungenes “Hallo” auf den Lippen, der Chefredakteur winkte mir lässig zu, aber neue, spannenden, revolutionäre Themen vereinbarten wir nicht. Also zog ich mich in mein Büro zurück, telefonierte, formulierte Pressemitteilungen und lud ein paar Wochen später mit einem spannenden Thema zum Pressegespräch. Die Damen und Herren kamen, wir hatten uns etwas zu  sagen und lernten uns kennen. Persönlicher Kontakt ist alles. Aber eben mit Anlass.


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