Kopierschutz: Ein Dauerbrenner

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Mal eben schnell Kopien von den Lieblingsliedern der Früherziehungsgruppe ziehen, nur den langsamen Satz der Sonate für den Klavierschüler  vervielfältigen oder zu Opas 80. Geburtstag alle Gäste mit den Noten der  schmissigesten Schlager aus den 60er Jahren versorgen:  Das alles sind keine Lappalien, sondern Verstöße gegen den Kopierschutz. Während Institutionen die Möglichkeit haben, Lizenzverträge zu schließen, sieht es für freiberufliche Musikpädagogen weiterhin  schlecht aus.

Es brennt unter den Nägeln und ist ein echter Dauerbrenner im Alltag von Musikpädagogen: Das Kopieren von Noten, Texten, und Liedern. Es gilt seit der Urheberrechtsnovelle von 1985 ein striktes Kopierverbot:  Ohne Einverständnis des Rechteinhabers darf keine Zeile vervielfältigt werden, es sei denn, der Autor ist über 70 Jahre tot. Für wissenschaftliche Ausgaben oder Erstausgaben gilt ebenso das Kopierverbotwie für Notenausgaben mit pädagogisch ergänzenden Texten oder illustrativen Abbildungen. Da  in der Regel alle gängigen Unterrichtsmaterialien mindestens eine dieser Voraussetzungen erfüllen, gilt auch hier: Hände weg vom Kopierer.

Die gute Nachricht: Musikschulen können einen Lizenvertrag mit der VG-Musikedition abschließen und sich für eine Jahresgebühr von 15 Euro pro Schüler auf die sichere Seite stellen. Private Musikschulen, die im Bundesverband deutscher Privatmusikschulen (BdpM) organisiert sind, erhalten 20 Prozent Ermäßigung auf diesen Betrag. Auch Kindergärten und andere vorschulische Einrichtungen können eine Lizenz für 29 Euro pro Jahr beantragen.  Die schlechte Nachricht: Freiberufliche Musikpädagogen, die zum Beispiel musikalische Früherziehung in einem oder mehreren Kursen unterrichten, fallen durchs Netz und müssen weiterhin mit dem uneingeschränkten Kopierverbot leben. „Das hat allein rechtliche Ursachen,“ erklärt Christian Krauß, Geschäftsführer der VG-Musikedition gegenüber Auftakte.de, „wir können Lizenzverträge ausschließlich mit Institutionen  wie zum Beispiel Musikschulen abschließen!“ Einziger Ausweg: Mehrere Musikpädagogen tun sich zusammen, gründen eine Musikschule und erreichen damit den Status einer Institution.

Wer gegen den Kopierschutz verstößt, dem drohen zivil- und strafrechtliche Konsequenzen. Je größer die Verstöße gegen das Kopierverbot sind und je regelmäßiger  sie nachgewiesen werden, umso härter fallen die Geldbußen aus. Seit Anfang dieses Jahres intensiviert die VG Musikedition ihre Bemühungen,  illegales Kopieren einzuschränken. Christian Krauß: „Durch Notenkopien entstehen bei Autoren und Musikverlagen zum Teil bedrohliche Umsatzeinbußen; dadurch werden ihnen in zunehmenden Maße die notwendigen Grundlagen für ihre weitere schöpferische beziehungsweise verlegerische Tätigkeit entzogen“. Es sei daher dringend nötig, dem schon fast alltäglich gewordenen, illegalen Kopieren von Noten Einhalt zu gebieten, so der Geschäftsführer  weiter.

2 thoughts on “Kopierschutz: Ein Dauerbrenner

    Biggi Danninger said:
    28. April 2010 at 23:03

    Hallo,
    wie sieht es denn aus, wenn ich das Lied bearbeite und am Computer nochmal schreibe? Kann ich es dann kopieren?

    Liebe Grüße

    B. Danninger

    Dörte Rehder responded:
    30. April 2010 at 23:22

    Hallo zurück,

    wir sind hier bei Auftakte.de keine Anwälte und von daher auch nicht in der Lage, auf Rechtsfragen zu antworten. Was natürlich nicht heißt, dass Ihre Frage einfach so im Raum stehen bleiben soll. Wir werden das recherchieren.

    Schöne Grüße

    Dörte Rehder und das Auftakte-Team

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