Musikinstrumente für Afghanistan – erste Musikschule Anfang Mai

Posted on Updated on

Ralf Jeromin (Mitte) überreicht Oberstleutnant Thomas Reitze (links) und Hauptmann Andreas Schrödel (rechts) eine Geige, die ein Musiker der Kopenhagener Oper gespendet hatMit Pauken und Trompeten nach Afghanistan: Anfang Mai soll in der Hauptstadt Kabul die erste Musikschule des Landes eröffnet werden. Ihr Gründer, Dr. Ahmad Sarmast (47), bat dafür die Welt um Hilfe, und erhielt auch aus Deutschland ein großes Echo: Jetzt lieferte die Society of Music Merchants (SOMM) 500 Instrumente nach Afghanistan, unterstützt von Auswärtigem Amt und Bundeswehr. „Afghanistan ist derzeit ein Land ohne Musik, das ist die traurige Realität“, sagt Dr. Ralf Jeromin, Geschäftsführer von SOMM. „Aber Musik ist ein starkes Mittel. Gerade Kindern hilft sie, seelische Wunden zu heilen und Erlebnisse zu verarbeiten. Musik lehrt Toleranz und kann so Frieden stiften und eine Gesellschaft stabilisieren.“ So fördert SOMM den dortigen Aufbau einer musikalischen Berufsausbildung, damit auch in Krisen-Regionen Kinder das Spielen eines Instruments erlernen. Dr. Ahmad Sarmast, Musiker und erster Doktor der Musik, freut sich über die Hilfe von SOMM: „Durch die Unterstützung dieses Projekts bringen wir nicht nur eine Nation der Musik näher, sondern können gleichzeitig den sozialen Wiederaufbau des Landes fördern.“ Das afghanische Erziehungsministerium hatte das Projekt in seine Hände gelegt. In der ersten Musikschule Afghanistans sollen 300 Plätze entstehen; die Hälfte davon ist für Kriegswaisen reserviert.

Gut verpackt: Instrumente auf de Weg nach KabulJahrzehnte des Krieges und der Taliban-Herrschaft haben in Afghanistan nicht nur Kulturdenkmäler zerstört, sondern auch die Musik. Viele Musikrichtungen verschwanden und traditionelle afghanische Instrumente wurden vernichtet. Bereits 2008 hatte SOMM zu einer Spendenaktion aufgerufen, um die afghanische Schule bei der Anschaffung der dringend benötigten Musikinstrumente zu unterstützen. Die bereitwilligen Spenden trafen aus ganz Europa und sogar den USA ein. „Wir sind überwältigt angesichts dessen, was uns Privatpersonen und Unternehmen alles zur Verfügung gestellt haben“, so Dr. Jeromin. Das Auswärtige Amt übernahm zusammen mit der Bundeswehr den Transport der Instrumente und unterstützte die Initiative mit 100.000 Euro für den Aufbau von Schulverwaltung und Unterrichtsräumen. Auch das Goethe-Institut wird bei der Ausbildung der ersten Musiker in Kabul helfen.

One thought on “Musikinstrumente für Afghanistan – erste Musikschule Anfang Mai

    […] 2013 lobt die Society Of Music Merchants (SOMM e.V.) wieder den Europäischen SchulmusikPreis (ESP) aus. Der 2010 ins Leben gerufene Preis hat das […]

Hinterlasse eine Antwort