Gute Lieder fordern, fördern, machen frei

Posted on Updated on

Kinderliedermacher Matthias Meyer-GoellnerMusiker für Kinder sind Macher! Und deswegen nennen sie sich auch nicht ohne Grund Kinderlieder-Macher! Das ist die Überzeugung von Matthias Meyer-Göllner (46), selbst Kinderliedermacher und neben allem praktischen Tun auch gerne nachdenklich. Austausch mit anderen Kollegen vom Netzwerk  Kindermusik.de liegt ihm am Herzen, genauso wie die Idee einer Sommerakademie für freiberufliche Musikpädagogen. Denn mit engagierten Musiklehrern zu arbeiten, verspricht ein intensives, musikalisches Erlebnis. Auftakte.de traf Matthias Meyer-Göllner in Hamburg und sprach mit ihm über das Netzwerk Kindermusik, geforderte Kinder und Musikpädagogen, deren Unterricht freier und lebendiger wird, je weiter sie sich von Konzepten entfernen!

Auftakte.de:  Herr Meyer-Göllner, was zeichnet denn für Sie ein gutes Kinderlied aus?

Matthias Meyer-Göllner: Ein gutes Lied macht Kindern Spaß und sie lernen auch etwas dabei. Spätestens nach dem 25sten Singen  sollte eine Botschaft haften geblieben sein (lacht). Diesen Anspruch stelle ich an meine Lieder, und ich weiß, dass es viele Kollegen genauso machen. Ein gutes Kinderlied fordert meiner Ansicht nach Kinder auch heraus. Kinder dürfen ruhig mal über eine Textpassage stolpern oder etwas Mühe mit einem Rhythmus haben. Wenn sie das meistern, tut es dem Selbstbewusstsein gut. Deshalb fördern gute Kinderliedern durch fordern. Schwierig wird es manchmal bei den Verlagen, die Kinderkompositionen gern so einfach wie möglich hätten, weil sie sich besser verkauft. Aber das sollte uns nicht abhalten, in Kinderliedern weiterhin auch schwierigere Themen aufzugreifen und sie in originelle Melodien zu verpacken.

Kindermusik.de – Erst hören, dann kaufen

Kindermusik.de: Ein Heft, viele gute Kinderliedermacher!Auftakte.de: Kindermusik.de ist ein Portal, auf dem sich Kinderliedermacher zusammen getan haben. Was finden Musikpädagogen bei Kindermusik?

Meyer-Göllner: Gute Liedermacher. Und eine große Auswahl an unterschiedlicher Musikstilen. Kindermusik.de setzt keine Grenzen oder gibt Genres vor. Hier stehen Weltmusik, Pop, Ballade oder Rock gleichberechtigt nebeneinander. Auf dem Portal gibt es Links zu den einzelnen Künstlern, dort können dann Hörproben geladen oder Textausschnitte gelesen werden.

Auftakte.de: Geben Sie mal einen Tipp: Nach welchen Kriterien sollten Musiklehrer Lieder aussuchen?

Meyer-Göllner: Oberstes Gebot ist: Es muss mir als Musikpädagogen gefallen. Es muss Spaß machen und mich ansprechen. Es hat keinen Sinn, Kindern ein Lied vorzustellen, hinter dem man nicht steht. Erstens merken Kinder das sofort, auch wenn man ein noch so guter Schauspieler ist, und zweitens macht der Job mehr Freude, wenn die Lieder zu einem passen.

Auftakte.de:  Gibt es zu den CDs der einzelnen Liedermacher Begleitbücher mit Tipps zur Durchführung oder Spielvorschlägen? Und was halten Sie von didaktischen Hinweisen oder ganzen Konzepten?

Konzepten tut es gut, wenn sie in der Praxis verändert werden

Meyer-Göllner:  Wenn es didaktische Hinweise gibt, so sollen sie auch als solche verstanden werden und keinesfalls als Aufforderung. Ein Lied lebt ja davon, dass es auf verschiedene Weisen interpretiert wird. So entwickeln sich Lieder und Sänger weiter. Von daher hüten sich viele Kinderliedermacher davor, zu ausführliche Kommentare zu schreiben. Das gilt zum Beispiel auch für Musikerziehungs-Konzepte. Jedes Konzept wird umso schlechter, je enger es ausgeführt wird. In meinen Seminaren mache ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer Mut, sich von ausgearbeiteten Stundenabläufen zu entfernen. Liedermacher und Musikpädagogen arbeiten ja in einem Bereich, in dem es noch so etwas wie eine lebendige Liedkultur gibt. Die zu erhalten, zu pflegen und zu variieren, muss doch unser Ziel sein. Von daher kann es auch jedem Konzept nur gut tun, wenn es in der Praxis verändert wird.

Auftakte.de: Zu Kindermusik.de gehören zurzeit 37 Kinderliedermacher, fünf sind dabei noch nicht auf der Homepage genannt. Wie entwickelt sich das Portal? Und kann jeder mitmachen?

Muelltonnenparty - Trommeln mal anders mit der Zappelbande um Matthias Meyer-GoellnerMeyer-Göllner: Bei Kindermusik.de gilt in erster Linie das Empfehlungsprinzip. Ein Netzwerk-Mitglied stellt einen Liedermacher vor, dessen Kompositionen ihm aufgefallen sind. Eine wichtige Voraussetzung zur Aufnahme ist es dann, hauptberuflich tätig zu sein, das heißt, den überwiegenden Teil des Lebensunterhaltes mit dem Schreiben von Liedern zu bestreiten. Eine eigene Website muss natürlich vorhanden sein, aber das ist ja inzwischen Standard. 1998, in der Anfangszeit von Kindermusik.de, waren Websites bei Kinderliedermachern noch nicht immer üblich. Nachwuchs gibt es, sodass Kindermusik.de sich kontinuierlich weiterentwickeln kann.

Auftakte.de: Bei allem Machen- bleibt da noch Zeit für Zukunftspläne?

Meyer-Göllner: Selbstverständlich! Ich plane zum Beispiel eine Sommerakademie für selbständige Musikpädagogen, also für Menschen, deren Hauptberuf es ist, Kinder in Musikkursen unterrichten. In meine Seminare kommen in erster Linie Erzieherinnen und Erzieher mit dem Wunsch, ihre musikalische Arbeit in den Einrichtungen erst aufzubauen. Das sind sehr motivierte Menschen, die Lust aufs Musizieren haben. Mit Profis im Rahmen einer Sommerakademie zusammenzuarbeiten, die aus der täglichen Praxis einen ganz anderen Hintergrund mitbringen, stelle ich mir sehr bereichernd und intensiv vor.

Auftakte.de: Wenn es soweit ist, werden wir berichten! An dieser Stelle sagen wir aber erst einmal: Vielen Dank für das Gespräch!

Herr Meyer-Göllner, um was für eine Spezies Künstler handelt es sich bei Kinderliedermachern?

MG: Musiker für Kinder sind Macher. Wir tragen das nicht umsonst in unserer Berufsbezeichung. Aber grundsätzlich sind wir sehr verträglich und sehr engagiert, wenn es um gute Kindermusik geht.

Auftakte.de: Was zeichnet denn für Sie ein gutes Kinderlied aus?

Matthias Meyer-Göllner: Ein gutes Lied macht Kindern Spaß und sie lernen auch etwas dabei. Spätestens nach dem 25 .Singen  sollte eine Botschaft haften geblieben sein (lacht). Diesen Anspruch stelle ich an meine Lieder, und ich weiß, dass es viele Kollegen genauso machen. Ein gutes Kinderlied fordert meiner Ansicht nach Kinder auch heraus. Kinder dürfen ruhig mal über eine Textpassage stolpern oder etwas Mühe mit einem Rhythmus haben. Wenn sie das meistern, tut es dem Selbstbewusstsein gut. Deshalb fördern gute Kinderliedern durch fordern. Schwierig wird es manchmal bei den Verlagen, die oftmals leichtere Kost bevorzugen, weil sie sich besser verkauft. Aber das sollte uns nicht abhalten, in Kinderliedern weiterhin Probleme oder Konflikte aufzugreifen und in originelle Melodien zu verpacken.

Auftakte.de: Was finden Musikpädagogen bei Kindermusik?

MMG: Gute Liedermacher. Und eine große Auswahl an unterschiedlicher Musikstilen. Kindermusik.de setzt keine Grenzen oder gibt Genres vor. Hier stehen Weltmusik, Pop, Ballade oder Rock gleichberechtigt nebeneinander. Auf dem Portal gibt es Links zu den einzelnen Künstlern, dort können dann Hörproben geladen oder Textausschnitte gelesen werden.

Auftakte.de: Geben Sie mal einen Tipp: Nach welchen Kriterien sollten Musiklehrer Lieder aussuchen?

MMG: Oberstes Gebot ist: Es muss mir als Musikpädagogen gefallen. Es muss Spaß machen und Sie ansprechen. Es hat keinen Sinn, Kindern ein Lied vorzustellen, hinter dem man nicht steht. Erstens merken Kinder das sofort, auch wenn man noch so ein guter Schauspieler ist, und zweitens macht der Job mehr Freude, wenn die Lieder zu einem passen.

Auftakte.de: Gibt es zu den CDs der einzelnen Liedermacher auch Begleitbücher mit Tipps zur Durchführung oder Spielvorschlägen?

MMG: Wenn es didaktische Hinweise gibt, so sollen sie auch als solche verstanden werden und keinesfalls als Aufforderung. Ein Lied lebt ja davon, dass es auf verschiedene Weisen interpretiert wird. So entwickeln sich Lieder und Sänger weiter. Von daher hüte ich mich davor, zu ausführliche Kommentare zu schreiben. Das gilt zum Beispiel auch für Musikerziehungs-Konzepte. Jedes Konzept wird umso schlechter, je enger es ausgeführt wird. In meinen Seminaren mache ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer Mut, sich von ausgearbeiteten Stundenabläufen zu entfernen. Liedermacher und Musikpädagogen arbeiten ja in einem Bereich, in dem es noch so etwas wie eine lebendige Liedkultur gibt. Die zu erhalten, zu pflegen und zu variieren, muss doch unser Ziel sein. Von daher kann es auch jedem Konzept nur gut tun, wenn es in der Praxis verändert wird.

Auftakte.de: Zu Kindermusik.de gehören zurzeit 37 Kinderliedermacher, fünf sind dabei noch nicht auf der Homepage genannt. Wie entwickelt sich das Portal? Und kann jeder mitmachen?

MMG: Bei Kindermusik.de gilt in erster Linie das Empfehlungsprinzip. Ein Netzwerk-Mitglied stellt einen Liedermacher vor, dessen Kompositionen ihm aufgefallen sind. Eine wichtige Voraussetzung zur Aufnahme ist es dann, hauptberuflich tätig zu sein, das heißt, den überwiegenden Teil des Lebensunterhaltes mit dem Schreiben von Liedern zu bestreiten. Eine eigene Website muss natürlich vorhanden sein, aber das ist ja inzwischen Standard. 1998, in der Anfangszeit von Kindermusik.de, waren Websites bei Kinderliedermachern noch nicht immer üblich. Nachwuchs gibt es, sodass Kindermusik.de sich kontinuierlich weiterentwickeln kann.

Hinterlasse eine Antwort